OLED-Projekt im Physikunterricht

Wer war noch nicht völlig verzweifelt, dass das Handydisplay schon wieder einen Sprung hat oder beim Sturz aus größerer Höhe gar unbrauchbar war?

Vermutlich die Wenigsten! Dies könnte sich mit einer relativ neuen Technologie bald ändern. OLEDs (organische lichtemittierende Dioden) sind der neueste Hype auf dem Markt. Aufgrund der besonderen Eigenschaften ist es möglich, in Zukunft biegsame Displays für Handys herzustellen und somit das eingangs genannte Problem zu lösen.

Mit dieser neuen Technologie durften sich nun Schülerinnen und Schüler der Klassen 9b und 9c (NTG-Zweig) auseinandersetzen. Die Anode, ein leitfähiges Glas, wurde mit einem Polymer beschichtet. Die Technik, mit der beschichtet wurde, bezeichnet man als Spincoating. Dabei wird das Polymer auf das Glas getropft und mithilfe einer Lackschleuder auf ca. 4000 U/min. gebracht, wodurch die Schicht gleichmäßig verteilt wird. Auf die Kathode wird am Ende eines Kupferstreifens 1 Tropfen einer leitfähigen Legierung aufgetragen. Nun werden Anode und Kathode verbunden und der Punkt beginnt zu leuchten.

In Gruppen bearbeiteten die Schüler schließlich zahlreiche Arbeits- und Infoblätter, die über die Technologie informierten und auch Vergleiche zogen zwischen OLEDs und herkömmlichen LEDs.

Physikalische und chemische Details würden hier den Rahmen sprengen, aber rückblickend kann man sagen, dass der Versuch spannend und lehrreich war – speziell im Hinblick darauf, dass uns Lehrkräften während der Vorbereitung des Versuchs dieser nicht ein einziges Mal gelungen ist. Ursache war, dass unser Polymer noch nicht vollständig gelöst war. Am folgenden Versuchstag war dieses Problem aber behoben und unsere begabten Schüler haben dann zeigen können, was in ihnen steckt:  Alles hat wunderbar funktioniert.

An dieser Stelle bedanken wir uns auch herzlich bei Amitabh Banerji, Juniorprofessor am Institut für Chemie und ihre Didaktik, der Universität Köln. Er hat dieses tolle Unterrichtskonzept entwickelt und uns gegen einen geringen Betrag den OLED-Bausatz zur Verfügung gestellt.

Wir freuen uns nun auf weitere Projekte.

Tobias Schröttinger und Angelika Semerad

 
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