Autorenbegegnung mit Annabel Wahba

Am Ende des Schuljahres bekam die 11. Jahrgangsstufe unserer Schule die Gelegenheit zu einer Autorenbegegnung mit Annabel Wahba.

Die Deutschägypterin, die seit 2007 als Journalistin für die Wochenzeitung „Die Zeit“ tätig ist, befasst sich aufgrund ihrer eigenen Biographie vielfach mit dem Thema „Integration“. In ihrem Buch „Tausend Meilen über das Meer: Die Flucht des Karim Deeb“ erzählt sie die wahre Geschichte des 15-jährigen Karim, der wegen des Krieges seine Heimatstadt Homs in Syrien mit seiner Familie verlässt und zunächst nach Ägypten flieht. Als die Hoffnung auf eine Rückkehr nach Homs nach einem einjährigen Aufenthalt in Kairo zunehmend geringer wird, entschließt sich Karim zusammen mit seinem Onkel zur Flucht über das Mittelmeer nach Italien. Der erste Fluchtversuch scheitert, da auf dem Schlepperboot kein Platz mehr für Karim ist. Nach einem kurzen Aufenthalt im Gefängnis gelingt ihm im zweiten Versuch die Flucht mit dem Boot nach Sizilien. Er reist mit dem Zug weiter quer durch Italien und Frankreich und gelangt schließlich nach Deutschland, wo er zur Schule gehen darf und trotz Heimweh und Sehnsucht nach seiner Familie langsam Fuß fasst.

Das Jugendbuch sei – so die Autorin - einerseits die Geschichte einer Flucht, andererseits aber auch die Geschichte einer gelungenen Integration. Durch die Lesung lernten die Schüler beide Seiten des Buches kennen: Zunächst las Frau Wahba den Prolog vor, in dem es um den ersten gescheiterten Fluchtversuch geht. Die zweite Textstelle zeigte Karims Schulalltag in Deutschland.

Interessant waren für die Schülerinnen und Schüler auch die Hintergründe zur Entstehung des Buches: Ein Kollege der Autorin schlich sich in die Flüchtlingsgruppe um Karim in Ägypten ein, um selbst eine Flucht mitzuerleben. Im Gefängnis lernte er Karim kennen und stellte dann später den Kontakt zwischen Frau Wahba und dem Flüchtling her. Nach der Lesung beantwortete Frau Wahba die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler, wodurch vor allem Karims aktuelle Situation zur Sprache kam: Er lebt inzwischen vereint mit seiner Familie in Deutschland, hat den Realschulabschluss erfolgreich absolviert und besucht jetzt die BOS mit dem Ziel, das Abitur zu erlangen.

 
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